Kann man Projekte kultivieren?

Projekte sind wichtig. Projekte stellen Innovation in Unternehmen sicher. Projekte geben auch sehr großen Unternehmen die Chance, Flexibilität und Agilität zu bewahren. Projekte sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken.

Die meisten von Euch werden dieser Aussagen sicherlich zustimmen. Und doch. Trotz der Bedeutung für das Unternehmen, müssen sich insbesondere interne Projekte nicht selten gegen Widerstände behaupten. Als sei das Erreichen des Projektzieles nicht schon schwer genug, werden dem Projektteam  Steine in den Weg gelegt, die es zunächst mühselig beiseite räumen muss. Warum? 

 

Einen nicht unwesentlichen Beitrag zu dieser Situation trägt die Projektkultur eines Unternehmens bei. 

 

Der Begriff Kultur ergibt sich aus dem Lateinischen cultura, was so viel wie Pflege oder Ackerbau bedeutet. Nun im Grunde passen beide Deutungen auf Projekte, je nachdem wie anstrengend man sie empfindet. Man könnte also sagen, Kultur ist das, was der Mensch selbst gestaltet. Damit lässt sich der zweite wichtige Begriff – nämlich die Natur – gut abgrenzen. Natur, lateinisch natura, bedeutet so viel wie „das Entstehen“. Hierauf hat der Mensch im Gegensatz zur Kultur also keinen Einfluss. Beginnt der Mensch nun Einfluss auf die Natur zu nehmen, kultiviert er diese.

Stellt sich nur noch die Frage: „Was ist Natur, was Kultur“ im Projektmanagement?

Im Grunde pflegen wir im Rahmen des Projektmanagement unsere Projekte. Ob wir dies tun oder nicht, dennoch wird es immer Projekte geben. Damit wären Projekte natürliche Phänomen im Unternehmenskontext, die wir einfach geschehen lassen können und dabei zuschauen. Oder wir greifen gestalterisch ein und kultivieren diese. Dafür benötigen wir Spielraum – Handlungspielraum – vom Management. Wie drückte es Dietrich Boenhoeffer so treffend aus: „Kultur ist der Spielraum der Freiheit.“

Die Unternehmensführung muss diese Gestaltungsräume schaffen und wir müssen sie auch nutzen. Aber Vorsicht! Durch das Gestalten erzeugen wir Neues und drängen Altes zurück. Das erzeugt nicht nur Freude, sondern auch Ängste. Kultur verdrängt letztendlich auch. Entweder die naturbelassenen Bereiche im Unternehmen oder andere Projektkulturen. Dadurch kann dass, was als Innovationsmotor gedacht war, dazu führen, dass Projekte als Hemmnisse und Behinderung wahrgenommen werden. Keine sehr gute Ausgangssituation.

Wie überwinden wir diese, zumeist diffusen, Ängste vor dem Projektmanagement?

 

In dem wir die Natur des Projektmanagements so sehen, wie sie ist. Es gibt die schönen und faszinierenden Seiten. Aber auch die gefahrvollen Momente, die für ein Projekt durchaus tödlich enden können. Und dann gibt es wieder jene mystischen und hoffnungsvollen Phasen, die glücklich enden.

 

Die Natur ist also nicht gut oder schlecht. Sie ist einfach, wie sie ist. Und das gilt auch für Projekte. Wir können dies beklagen und passive die Projekte beobachten. Oder wir akzeptieren diesen Umstand und beginnen die durchaus positiven Aspekte zu fördern und die negativen Seiten abzuschwächen.

Wir beginnen damit unsere Projektlandschaft zu kultivieren und das Unmögliche möglich machen. Projekte erfolgreich umzusetzen.

 

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